F-One Frigate 2 Parawing im Test auf dem Thunersee
Wir haben den neuen Parawing von F-One getestet. Die Frigate 2 wurde von Tizian, Bruno und Mättu getestet.
Wir konnten die Grösse 4 m² auf dem Thunersee bei Oberwind testen. Im Vergleich dazu haben wir getestet: Ozone Afterburner, Ozone Pocket Rocket V2, Triple Seven P.T. Hybrid, AFS Stow etc.
Verarbeitung und technische Details
Die Frigate 2 macht grundsätzlich einen komplett überarbeiteten Eindruck. Sie ist sehr hochwertig in jeglichen Details verarbeitet – man sieht, dass hier viel Zeit investiert wurde.
- Neue Bar: Sie hat die neue Bar, welche auch bei der Quest zum Einsatz kommt, mit einem Stück Bar vor den A-Leinen. Dies finden wir ist heutzutage Industriestandard und sollte an keinem Parawing fehlen. Dank dem Stück Bar vor den A-Leinen lässt sich die Bar in gut angepowertem Zustand viel besser halten und die Handwechsel sind viel einfacher.
- Aufhängepunkte: Die Leinen gehen bei der Frigate 2 wie auch bei der Quest nur von zwei Punkten der Bar aus. Es hat an der Bar also nur A- und B-Aufhängepunkte. Das ist auf dem Markt einmalig. Im Vergleich dazu hat die Pocket Rocket V2 oder der Afterburner 4 Aufhängepunkte (A, B, C und D/Bremse), der AFS Stow hat z. B. drei (A, B, C).
- Leinen: F-One hat die vorderen Leinen, welche beim Packen des Wings eingerafft werden, nun endlich unummantelt gemacht, womit sie sehr sauber durch die Hände gleiten. Die Leinen haben einen optimalen Verlauf, damit die Frigate 2 schnell und effizient zusammengepackt (gestowt) werden kann.
- Tuch & Stäbchen: Das Tuch wurde etwas leichter und macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Die Stäbchen an der Eintrittskante wurden sehr präzise platziert – was sicher ein Grund ist für das gute High End (Starkwindeigenschaften / Depower).
4 Leinen Setup

2 Leinen Setup

Handling auf dem Wasser
Die Frigate fliegt sehr gut bei schwachem Wind im Zenit wie auch am Rand des Windfensters. Sie lässt sich sehr direkt und einfach steuern. Man spürt, dass sich die Frigate im Windfenster vorwärts bewegen will, und dies ist sicher ein Punkt, der zum einen im Low End hilft und zum andern auch im High End.
Wieso hilft es im Low End sowie beim High End?
Ein Wing kann durch verschiedene Arten Zug und Auftrieb generieren:
- Man kann einen Wing machen, der sehr tief im Windfenster steht. Damit wird er schlicht direkter mit Wind angeströmt und zieht so bereits bei wenig Wind viel. Dies hat aber den Nachteil, dass bei starkem Wind ein sehr hoher Zug entsteht. Meistens bewegen sich diese Wings in Böen nicht vorwärts und absorbieren so die Böen nicht gut.
- Man macht einen Wing mit einem dicken und bauchigen Profil mit viel Camber, das bei wenig Wind viel Auftrieb macht. Dadurch zieht der Wing bei wenig Wind gut. Es hat aber den Nachteil, dass er bei Böen nicht so vorwärts schiesst, die Böen nicht absorbiert und nicht gegen vorne zieht, sondern eher quer.
- Ein Wing, der schnell beschleunigt und den Auftrieb durch Beschleunigung erzeugt, auch bei wenig Wind. Dies verlangt eine andere Technik: Der Wing muss sehr aktiv angepumpt werden, damit er bei jeder Pumpbewegung beschleunigt. Wenn er beschleunigt, macht das Profil mehr Auftrieb = er zieht mehr. Dies ist technischer als die anderen zwei Varianten, aber es ermöglicht zudem ein gutes Low End und hilft im Top End, dass der Wing in Böen aktiv gegen vorne zieht. Dies ist bei der Frigate der Fall.
Ich (Mättu) fand, dass das Low End gut war, wenn man mit dem Wing aktiv anpumpt.
Stabilität und Flugverhalten
Der Wing ist stabil. Er klappte frontal nie ein. Die Ohren sind aber weniger stabil als bei der Pocket Rocket V2, dem Afterburner oder dem AFS Stow. Dadurch ist er sicher ein wenig technischer zu fahren als eine Pocket Rocket V2 oder andere. Auch bei einem Downloop in der Kurve dauert es etwas länger, bis die Ohren offen sind.
Dies ist sicher ein Kompromiss: Wenn man die Ohren sehr stabil machen will, kann man einfach den Anstellwinkel der Ohren erhöhen = der Wing bremst dort etwas und man verliert Top End.
Beim Fahren fand ich die Frigate 2 sehr spassig: Es ist ein spritziger Wing, der vorwärts will und lebendig ist beim Fahren. Er beschleunigt von selbst, wenn das Foil schnell genug ist. Die Beschleunigung wird eher vom Wing selbst generiert, als dass man mittels Nach-hinten-Ziehen der Bar beschleunigen könnte. Dies kommt sicher davon, dass die Bar nur A- und B-Anknüpfpunkte hat im Vergleich zu anderen Modellen. Dies fanden Tizu und Bruno etwas gewöhnungsbedürftig.
Wind Range & Leistung
Wie bereits erwähnt, ist die Wind Range sehr gross (vor allem das Top End) – was vor allem auch Tizu bestätigte.
Der Frigate fährt gefühlt sehr gut Höhe und ist nicht anstrengend in den Armen zu fahren.
Vergleich mit anderen Parawings
Ozone Pocket Rocket V2
Die Frigate fährt gefühlt mehr Höhe, fühlt sich noch etwas spritziger an und hat wohl ein besseres High End. Die Frigate hat weniger stabile Ohren und öffnet sich bei Downloops und beim Wiederöffnen nach dem Stow etwas langsamer.
Ozone Afterburner
Die Frigate ist merkbar einfacher, da massiv weniger Leinen vorhanden sind. Der Afterburner läuft gefühlt mehr Höhe, hat schätzungsweise ein besseres Low End und das Feeling an der Bar ist mehr wie bei einem Kite. Der Afterburner lässt sich richtig über den Barwinkel beschleunigen, wobei die Frigate 2 die Fahrtgeschwindigkeit und den Zug eher über das Selbstbeschleunigen macht.
Triple Seven P.T. Hybrid
Der Hybrid hat das grösste Top End aller Parawings, die ich je getestet habe. Er fühlt sich vom Top End an wie z. B. ein Plume von F-One. Der Hybrid ist deutlich mehr gedämpft und fühlt sich schwammiger an in der Beschleunigung. Die Frigate 2 fühlt sich sportlicher an zum Fahren. Die Bar von F-One ist etwas fortschrittlicher als beim Hybrid.
AFS Stow
Der Stow hat stabilere Ohren, eine leichtere Bar, noch weniger Leinen, öffnet sich noch schneller und lässt sich mehr über die Bar beschleunigen. Die Frigate ist direkter zu steuern, hat ein besseres Top End und fühlt sich sportlicher an beim Fahren.
Fazit
Die Frigate ist ein interessanter Wing, der keine Kopie von einem anderen Parawing ist und sich als eigenständige Kreation im Markt ansiedelt. Die Frigate 2 ist hervorragend verarbeitet, bietet viele technische Details und hat alle modernen Features integriert. Sie bietet eine Bar mit nur zwei Anknüpfpunkten, was auf dem Markt einmalig ist. Sie hat eine grosse Wind Range vor allem gegen oben und fühlt sich sportlich an zum Fahren.
Ich würde sagen, sie sitzt bezüglich Performance und Schwierigkeit zwischen einer Pocket Rocket V2 und einem Afterburner. Wir mochten die Frigate beim Fahren und es ist auf jeden Fall ein guter Parawing für den Kunden, der diesen Einsatzbereich sucht.
Für wen ist die Frigate 2?
Ich empfehle die Frigate 2 nur für fortgeschrittene Parawinger. Sie ist nicht sehr schwierig zu fahren, aber vor allem durch die Ohren und die Art, wie sie beschleunigt, ist sie eher für fortgeschrittene Fahrer bestimmt.
- Wer einen Parawing von F-One mit viel Performance sucht
- Optimal, um längere Strecken Upwind zu fahren, und für Performance Freeride
- Optimal für alle, die gerne ohne Harness fahren

F-One Frigate 2
Die F-One Frigate 2 setzt neue Massstäbe bei Parawings: Mehr Streckung, überragende Upwind-Performance, riesige Windrange und blitzschnelles Stashen für deine perfekten Downwind- und Foil-Sessions.





















